Chronik der SpVgg Loßburg

 


“Die Spielvereinigung Lossburg stellt sich die Aufgabe, das sportliche Leben in Lossburg zu hegen und zu pflegen. Die Behandlung von politischen und konfessionellen Fragen ist ausgeschlossen.”

Dies ist der Wortlaut des Statuts mit dem im Jahre 1920 die Spielvereinigung Lossburg gegründet wurde.

 


Nach Kriegsende 1918 kam die Jugend von der Front wieder nach Hause zurück, mit ihr kam auch die Idee, des Sports und das Interesse, einen Sportverein zu gründen. Im November 1920 wurde dann im Gasthaus zum Bären der Verein gegründet. Georg Maier, Hauptlehrer Bosch, Chr. Maier, Hans Luick, Karl Luick, Fr. Braun, Gottl. Rehfuß, Joh. Silzle, Arthur Hehl, Herm. Reinke, E. Maier, Georg Pfau, Joh. Wiedmaier, Fr. Benz, Karl Haist und Georg Eberhardt waren die Gründer.

Zunächst betrieb der Verein Leichtathletik und Faustball, später wurde jedoch statt Faustball Fußball gespielt. 1925 kam dann noch eine “Schwerathletikabteilung” hinzu.

Schon im Jahre 1931 wurde die Lossburger Fußballelf Meister der A-Klasse und stieg in die Kreisklasse auf. Die Lossburger Mannschaft wurde von ihren größeren Gegnern Benjamin genannt, da sie aus dem kleinsten Ort in dieser Klasse kamen. Die Lossburger spielten damals immerhin in Schwenningen, Trossingen, Tuttlingen, Lauterbach - und ganz besonders erinnerte man sich an die heißen Kämpfe gegen die Freudenstädter.

Die weiten Auswärtsfahrten, die nun nicht mehr mit dem Fahrrad, sondern mit einem überladenen Holzvergaser gemacht werden mussten, leerten die schwache Vereinskasse. So musste man nach einer Runde mehr aus finanziellen als aus sportlichen Gründen wieder zurück in die A-Klasse, wo die Lossburger immer eine gute Rolle spielten.

Die politische Situation ab 1933 brachte erhebliche Unruhe in die Vorstandschaft: der Vorsitzende Karl Haist wurde abgesetzt, als neuer Mann wurde Ernst Maier eingesetzt. Aber trotz dieser politischen Krise, die von außen in den Verein hineingetragen wurde, ging der Spielbetrieb bis 1937 weiter. Zu allem Unglück kam noch hinzu, daß die Pacht für den Sportplatz nicht mehr bezahlt werden konnte. Dies alles zusammen bedeutete vorerst das Ende für die Spielvereinigung.

Nach dem Krieg war es äußerst schwierig, wieder einen Verein aufzubauen. Es waren zwei Männer, die allen ungünstigen äußeren Umständen zum Trotz wieder für eine Neugründung warben: Haist Karl und Bomber (Karl Heinzelmann). Am 8. März 1947 konnte die neue Spielvereinigung gegründet werden. 1. Vorsitzender wurder wieder Karl Haist, zu seinem Stellvertreter wurde Karl Merz gewählt. Auch war ein neuer Sportplatz an der alten 24-Höfe-Straße gefunden worden. Die neue Mannschaft schaffte in der Spielzeit 1946/47 auf Anhieb die Meisterschaft in der B-Klasse und stieg für ein Jahr in die A-Klasse auf.

Zu einem wahren Volksfest wurde die Jubiläumsfeier 1950 anläßlich des 30jährigen Bestehens des Sportvereins. Kars Haist schrieb damals darüber:

“Es war eine glanzvolle Demonstration des Sportlebens... Ab 8 Uhr begannen die Pokalspiele oben bei den Hohen Tannen. Der Platz war kaum wiederzuerkennen. Auf herrlicher Höhe gelgen bietet er dem Besucher einen wunderbaren Rundblick auf die Schwarzwaldhöhen mit ihren dunklen Tannen. Der Platz selber in bester Verfassung und dann die neu errichtete Tribüne für 300 Zuschauer, ringsum farbenfroher Fahnenschmuck zaubert ein stimmungsvolles Bild hervor. Mit einem selten großen und mächtigen Festzug zum Sportplatz erreichte das Fest seinen Höhepunkt. Festreiter, Musikkapelle, sämtliche Mannschaften mit Ehrendamen, in der Ehrenkutsche der Vorstand der Spielvereinigung Lossburg, der Bürgermeister von Lossburg und der Vorsitzende des FC St. Clara Basel...
Nach den Begrüßungsworten begann das große Propagandaspiel FC St. Clara Basel gegen Spielvereinigung Trossingen. Am Ende stand es 2 : 2 . Der Großteil der Zuschauer hat wohl kaum die wirklich guten Leistungen beider Mannschaften erwartet. Alle 22 Mann waren in körperlicher Hinsicht tadellos im Schuß, und da es auch an ausgezeichnetem Rüszeug nicht fehlte, gab es ein Werbespiel im besten Sinne des Wortes.”

1953 wurde die Lossburger Mannschaft erneut Meister in der B-Klasse. Innerhalb der Mannschaft kam es jedoch zu einer Krise, dies bedeutete den Abstieg nach einem Jahr. Es musste eine neue Mannschaft gebildet werden, und es dauerte lang, bis die Lossburger wieder vorne mitmischen konnten.

Gerade rechtzeitig zum 50. Geburtstag konnte die 1. Mannschaft in ihrem letzten Spiel durch einen 3 : 1 - Sieg über Baiersbronn die Meisterschaft in der B-Klasse und damit den Aufstieg in die A-Klasse schaffen.

In diesen Jahren wurden auch verschiedene neue Abteilungen gegründet:

die Kindergymnastikgruppe 1970 unter Leitung von Frau Roth, die Gruppe umfaßte bis zu 70 Kinder. Leider besteht sie heute nicht mehr.

die Sparte Schach 1970 mit ihrem ersten Leiter Siegfried Felkel, die mit sehr gutem Erfolg bis 1981 bestand.

die Abteilung Frauenturnen 1974/75, die schon ein paar Jahre früher einen Vorläufer hatte. Die erste Leiterin war Frau Leibrecht.

die Theatergruppe unter Ernst Pfau 1975, die bis heute, jeweils im Wechsel mit der Laienschauspielgruppe des SV Wittendorf, die Jahresfeiern der beiden Vereine gestaltet.

die AH-Abteilung 1979. Initiatoren waren Otto Pfau und Walter Pfau.


Die “sportlichen” Abteilungen bekamen 1974 nach der Fertigstellung der Turn- und Festhalle eine neue Bleibe, die Gemeinde Lossburg hatte fest dafür gespart, und der “Förderverein für die Turn- und Schwimmhalle”, der 1971 gegründet wurde, konnte u. a. mit Hilfe von schönen Sommerfesten im Kurgarten auch einen Beitrag dazu leisten.

Das sechzigste Jubiläum der Spielvereinigung konnte nun endlich mit der Einweihung der langersehnten neuen Sportanlage auf der Auchtweide kombiniert werden. Leider war die Freude etwas getrübt. Man war enttäuscht, daß ein Hartplatz angelegt worden war. Bestätigt in der Abteilung wurde man gleich, als man zum Fest große Mannschaften einladen wollte, die aber nur auf einem Rasenplatz spielen durften. Sehr glücklich waren die Spieler jedoch über die neuen Umkleide- und Duschräume. Der Höhepunkt des Jahres 1982 war dann die Fertigstellung des Clubraums.

Um die sportliche Seite des Vereinslebens war es in diesen Jahren nicht rosig bestellt. Nach dem 3. Tabellenplatz noch in der Runde 1980/81 ging die Talfahrt im Jahre 1982/83 hinunter bis zum 11. Platz und führte nach den nächsten Spieljahren zum Abstieg in die C-Klasse.

Noch schlimmer sollte es für die Spielvereinigung gleich zu Beginn der neunziger Jahre werden.

Das Ziel der 1. Mannschaft konnte nicht erreicht werden, bedingt durch langanhaltenden Verletzungen einiger Spieler. Hinzu kam die fehlende Unterstützung durch Zuschauer. Manche machten für die Misere auch den Hartplatz verantwortlich, sie meinten, die Verletzungsgefahr sei zu groß.
Dies alles führte neben manch anderen Problemen dazu, daß zuerst kein neuer 1. Vorsitzender mehr gefunden werden konnte. Während einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung konnte aber dann doch noch Rainer Franz gewählt werden. Aber keiner konnte es verhindern: Die 1. Mannschaft löste sich nach der Spielrunde 1990/91 auf.

Gleichzeitig ging ein neuer Stern am Himmel der Spielvereinigung auf. Im Mai 1991 konnte, vor allem vorangetrieben durch Peter Stumpf und Norbert Hailer, eine neue alte Abteilung gegründet werden: Wie in den Gründerjahren wurde nun im Verein wieder Faustball gespielt.

In der Runde 1993/94 konnte endlich wieder eine 1. Fußballmannschaft gemeldet werden, nachdem die neue Vorstandschaft unter Norbert Hailer und Gerhard Möhrle sich enorm bemüht hatten, genügend Spieler zusammenzubekommen. Gerhard Möhrle stellte sich als Trainer übergangsmäßig zur Verfügung. Auf ihn folgte Walter Görlich als Trainer bis zur Runde 1996/97.

 

Am 28. Juni 1997 konnte die Spielvereinigung Lossburg ihren neuen langersehnten Rasenplatz einweihen. Die Vorstandschaft mit ihrem 1. Vorsitzenden Eckehardt Jost und alle Mitglieder des Sportvereins freuen sich sehr über den neuen Platz.

 

In der Runde 1997/98 nahm sich Tom Anger als Spielertrainer der 1. Mannschaft an und scheiterte mit seiner Mannschaft in der Relegation im Elfmeterkrimi gegen den SV Wittlensweiler. In der darauffolgenden Saison schaffte man als Kreisliga B-Meister den Aufstieg in die Kreisliga A und konnte seit langer Zeit wieder, dank einer guten Jugendarbeit, mit einer zweiten Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen.

 

Bis zum ersten Aufstieg in die Bezirksliga der Vereinsgeschichte in der Saison 2005/06 unter Trainer Ewald Paul waren Spielertrainer Jörg Genkinger und Trainerduo Walter Görlich/Ewald Paul verantwortlich für die 1.Mannschaft. Nach einer tollen Vorrunde und einer entäuschenden Rückrunde mit nur 6 Punkten war nach 1 Jahr Bezirksliga der Gang zurück in die Kreisliga A1 unvermeidbar, schaffte jedoch den Einzug in das Bezirkspokalfinale wo man dem Bezirksligisten ASV Bildechingen unterlag.

 

In der Saison 2007/08 nahm man durch den Pokalfinaleinzug des Vorjahres zum ersten Mal am WfV-Verbandspokal teil, schied dort jedoch in der ersten Runde gegen den damaligen Landesligisten SV Althengstett aus. Trotzdem schaffte es Spielertrainer Patrick Kaupp die Saison erfolgreich mit dem Meistertitel der Kreisliga A1 abzuschliessen und somit dem erneuten Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Das Ziel des Klassenerhalts schaffte man in dieser Bezirksligasaison leider wieder nicht und die 1. Mannschaft musste erneut nach nur einem Jahr den Gang in die Kreisliga A antreten, weshalb man in der lokalen Presse kurzfristig den Ruf als Fahrstuhlmannschaft weg hatte.

 

In der Kreisliga A Saison 2009/10 war nach dem Abstieg nach der Vorrunde der Klassenerhalt in Gefahr und zur Rückrunde übernahm Spielertrainer Matthias Wehle das Ruder und man schaffte den Klassenerhalt mit einem zufriedenstellenden Mittelfeldplatz.

 

Die seit Jahren gute Jugendarbeit und Kooperation mit den Nachbargemeinden VfB Lombach und SV Wittendorf wurde in der Saison 2010/11 weiter ausgebaut, indem man von der A- bis zur C-Jugend Spielgemeinschaften bildete, wo jeder Verein eine Jugendmannschaft betreut.

 

Das Jahr 2010 feierte die Spielvereinigung unter dem Motto \"90 Jahre SpVgg Loßburg\" und schloss das Jahr am 30.Oktober mit einem Jubiläumsabend im Loßburger Kinzighaus ab. Dort trafen sich viele bekannte Gesichter der 90-jährigen Vereinsgeschichte um man konnte gespannt Geschichten von damals und heute zuhören. Die Höhepunkte des Abends waren unter anderem Balljongleure, der \"AH-Chor\" sowie Vereins- und Verbandsehrungen verschiedener Mitglieder und ehrenamtlichen Helfern. Als krönender Abschluss wurde eine spannende Multimediapräsentation der 90-Jährigen Vereinsgeschichte vorgeführt.

 

2010 - Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage

2011 -  Umstrukturierung des Vereins mit 3 Vorständen

2011/2012 - SGM B-Jugend Meister in der Leistungsstaffel

 

2012/2013 Abstieg der 1.Mannschaft in die Kreisliga B1, nach Relegationsspiel gegen den B1-Vizemeister aus Aach, welches mit 1:4 verloren ging.